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Schokolade für Jane Goodall – www.originalbeans.com

26 Nov
Schokolade für Jane Goodall – www.originalbeans.com

WWW.ORIGINALBEANS.COM

Schokolade für Jane Goodall

Warum man unbedingt mehr naschen sollte

Es war nicht so, dass Philipp Kaufmann eines Tages aufwachte in seiner schönen Wohnung in Amsterdam und dachte: „Nun ist Schluss!“ Er hatte auch keinen Beziehungsstress, keine erleuchtende Begegnung. Vielmehr gab es ein mulmiges Gefühl, das sich allmählich vom Bauch in den Kopf vorarbeitete. Er war ein cooler Typ. Jung, gut aussehend, Manager und Teilhaber einer großen Internetfirma in Amsterdam, die für ein noch viel größeres amerikanisches Unternehmen tätig war. Und das in den 1990ern, als viele noch meinten, www wäre ein Tippfehler. Geld, Stress, Pioniergeist, Reisen waren an der Tagesordnung. Alles ganz spannend, aber dennoch machte sich eine gewisse Klaustrophobie in dem Jungunternehmer breit. Ihm fehlte im durchkultivierten Holland eben doch die Unberührtheit der Natur, die er als Münchner und einer Kindheit im Salzburger Land verinnerlicht hatte. Und auch im Job vermisste er Bodenständiges, Konkretes. Immer häufiger drängte sich die Frage: „Wie gehen wir mit unserem Planeten um?“ in sein Bewusstsein. Bis er schließlich nachgab, dem Instinkt folgte, mit 27 Jahren seine Anteile am Unternehmen verkaufte und auf eine Reise ging, die ihn um die Welt, zu neuen Erkenntnissen, Eindrücken und zur Bestimmung führte. Mit der Ausrede, ein Journalist zu sein, besorgte er sich Termine bei den Helden der Nachhaltigkeitsbewegungen wie der Affenforscherin Jane Goodall oder auch Paul Hawken, amerikanischer Unternehmer, Autor und ernst genommene Stimme für einen nachhaltigen Kapitalismus. Ein Freund arbeitete beim Bayerischen Rundfunk, für den produzierte Kaufmann im Nachhinein Beiträge aus den Interviews, und so wurde seine kleine Notlüge zu keiner Gewissensfrage. Schließlich gehört Aufrichtigkeit längst nicht nur zu seinem Geschäftsprinzip.

Er arbeitete eine Zeit lang bei den Vereinten Nationen in New York als Naturschutzinnovator, bis er sich 2008 schließlich zurück in Amsterdam selbstständig machte und die Firma Original Beans gründete. Untertitel „The planet: replant it“. Schließlich schien ihm Schokolade, beziehungsweise Kakao, das am besten geeignete Produkt, um zu beweisen, dass eine nachhaltige Produktionskette funktioniert und allen Beteiligten Gewinn bringen kann. Ganz abgesehen davon, dass dem Kakaobaum magische Kräfte nachgesagt werden, bietet sein Anbau die ökologisch und sozial nächstliegende Möglichkeit, dem Prinzip von „slash&burn“ entgegenzuwirken. Weil Kakao auch von den Ärmsten der Armen in kleinen Mengen angebaut wird und zudem jener langfristig unsinnigen Methode entgegenwirkt, den Regenwald abzuholzen, um für den schnellen Gewinn Mais zu pflanzen und damit aber den Boden für weitere landwirtschaftliche Nutzung zu ruinieren.

Jedenfalls hat Philipp Kaufmann gehandelt und in Amsterdam, dem weltgrößten Kakaobohnenumschlagplatz, ein Unternehmen aufgezogen, das in vielerlei Hinsicht Sinn macht. Jede Tafel seiner Original Beans wird aus Bohnen hergestellt, die in vier Regenwaldgebieten in Bolivien, Ecuador, Peru und im Kongo von sogenannten Kleinbauern geerntet werden. Allein im Kongo profitieren mehr als 13000 solcher Minifarmer vom Geschäftsprinzip Direct Trade, eine Steigerung des Fairtrade Gedankens, denn Original Beans zahlt etwa das Sechsfache von dem, was derzeit im „fairen Handel“ üblich ist. Hinzu kommt, dass getreu dem Unternehmensmotto „replant it“ für jede verkaufte Tafel ein neuer Regenwaldbaum gepflanzt wird. Was man auf der Homepage Originalbeans.com konkret nachverfolgen kann. Auf uralten Maschinen werden die kleinen Röstmengen schließlich tagelang chonciert, um den Geschmack des Originalkakaos zu bewahren.

Mit ideologischem Gutmenschentum hat die Sache nichts zu tun. Philipp Kaufmann ist Genussmensch, und seine Schokoladen sind delikat. Nicht preiswert, dafür zahlt er zuviel für Rohstoffe, für die Kette, aber er verdient auch damit. Denn gerade darum geht es ja: vorzuleben, dass Ökologie und Kapitalismus keine Gegner sind. Man muss nur wirklich wollen. Das fühlt sich richtig an. Nicht nur auf den Geschmacksnerven.

via Kolumne: Schokolade für Jane Goodall – Nachrichten Print – DIE WELT – Vermischtes – WELT ONLINE.

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Verfasst von - 26. November 2011 in CHOCOLATE NEWS

 

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