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Alles aus Schokolade

19 Mrz
Alles aus Schokolade

HAPPERSWIL. Der Konditor-/Confiseur-Lehrling Christophe Luder aus Happerswil hat vom thurgauischen Berufsverband einen Sonderpreis für sein Schaustück erhalten. 20 Kilogramm Schoggi und unzählige Arbeitsstunden stecken in der Figur.

ESTHER SIMON

Am Anfang war die Drohung des Chefs: «Wenn Du Dich nicht steigerst, werfe ich Dich aus dem Betrieb.» Christophe Luder aus Happerswil stand im zweiten Lehrjahr als Konditor/Confiseur in der «Création» Kölbener in Horn und hatte in Weinfelden soeben den thurgauischen Lehrlingswettbewerb 2011 seines Berufsverbandes gewonnen.

Für den 18-Jährigen war die wohl nicht ernstzunehmende Bemerkung seines Patrons Stefan Kölbener aber ganz offensichtlich Motivation zu noch grösseren Taten. Für die Ausstellung seines Verbandes im Februar 2012 in Weinfelden schuf der 3.-Jahr-Lehrling jedenfalls ein Schaustück, von dem die Experten dermassen begeistert waren, dass sie Christophe Luder einen einmaligen Sonderpreis verliehen.

Fast anderthalb Meter hoch

Die Figur von Christophe Luder ist fast anderthalb Meter hoch. 20 Kilogramm Schokolade und unzählige Arbeitsstunden stecken in dem Schaustück. Mit der Figur will Luder die Betrachter zum Nachdenken über die Schönheit der Erde und über den Umgang des Menschen mit der Natur anregen. Umweltthemen lägen ihm sehr am Herzen. Er sei in einer Familie aufgewachsen, in der man mit der Umwelt sehr sorgsam umgehe, sagt der junge Mann. Die Spiegel, die als einzige Teile nicht aus Schokolade gefertigt sind, sollen die verschiedenen Sichtweisen auf ein Problem versinnbildlichen. Er sei ein kreativer Mensch, sagt Luder. Deshalb auch habe er den Beruf des Konditor/Confiseurs erlernt. Tausend Ideen für die Gestaltung seiner Arbeit seien ihm im Kopf herumgeschwirrt. Schliesslich habe er sich für diese Figur entschieden. Ferien hat er genommen für diese Statue und viel in der Freizeit gearbeitet. Aber die Arbeitsstunden hat Luder dann schliesslich doch nicht gezählt, «wichtig für mich war immer nur das Resultat».

Christophe Luder verschweigt nicht, dass er ohne seinen Chef, der die Materialkosten übernahm und ihn motivierte, und ohne die Unterstützung seiner Eltern das Werk nie so fertiggebracht hätte.

Schwieriger Transport

Bereits Ende Oktober 2011 begann er mit der Arbeit. Er wollte früh dran sein, «man weiss ja nie, was noch passiert». Die Schokolade ist ein heikles Material. Gearbeitet hat Luder bei einer Temperatur von 22 Grad. Gelagert wurde die Statue bei 16 Grad.

Die Figur transportierte er mit dem Auto von Horn an den Ausstellungsort in Weinfelden. Auf der Reise schwitzte er Blut und Wasser, «ich wusste gar nicht, dass es zwischen Horn und Weinfelden so viele Schlaglöcher in den Strassen hat». In Weinfelden setzte er der Statue die Weltkugel auf.

Froh ist der junge Mann auch heute noch darüber, dass die Statik gehalten hat. Kein Stück Holz, kein Stück Metall ist in der Figur, das sie stützen könnte. Die Statue war noch bis vor kurzem im Schaufenster der «Création» Kölbener in Horn zu sehen. Nun muss sie saisonbedingt den Osterhasen Platz machen. Nach Ostern kommt die Figur dann wieder ins Schaufenster. Ab dem 9. Mai absolviert Christophe Luder seine Lehrabschlussprüfung. Im August will er im Swiss Re Centre for Global Dialogue in Zürich eine zweijährige Kochlehre beginnen und nachher «die Welt sehen».

via Thurgauer Zeitung Online – Alles aus Schokolade.

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Verfasst von - 19. März 2012 in CHOCOLATE NEWS

 

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